SCHÜTZENVEREIN  "FRÖHLICH KALTENBERG"
 
 
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1903 Einer Gravur auf einem Hochzeitskrug gilt als Dokument das das Gründungsjahr bestätigt
1921 Erste schriftliche Aufzeichnung
1923 Erste Fahnenweihe
1923 Erste Schützenkette
1952 Wiederaufnahme des Schießbetriebs nach dem Krieg
1974 Gauschießen in Kaltenberg
1975 Fahnenweihe der heute noch benutzten Fahne
1985 Einweihung der Turnhalle und des Schießstandes in der alten Schule
1993 90-Jahrfeier
2003 100 Jahrfeier
   
   
     

Chronik des Schützenvereines "Fröhlich Kaltenberg"

Zwei Dokokumente aus der Gründerzeit - eine Anzeige im Landsberger Anzeigenblatt vom 12. Januar 1902 über eine Christbaumfeier im Gasthaus Niedermeier, Dürnast , der Schützengesellschaft und der Feuerwehr Kaltenberg und eine Gravur auf einem Hochzeitskrug "1903" belegten die Existenz einer Schützengesellschaft in Kaltenberg ab 1902. 1903 wurde auch vom Bayerischen Sportschützenbund als Gründungsjahr des Vereins bestätigt.
Die erste schriftliche Niederschrift über die Gründung des Schützenvereins "Fröhlich" Kaltenberg war 1921 zu verzeichnen.
Am 9. Januar waren es fünf Männer namens Huttner Georg, Troidl Georg, Böck Ulrich, Popfinger Sebastian und Schwabbauer Johann, die den Schützenverein "Fröhlich" Kaltenberg in später Abendstunde und bei guter Bierlaune im Bräustüberl der Schloßbrauerei Kaltenberg gründeten. Am 30.1.1921 kam es zur ersten Versammlung, wobei die Vorstandschaft als 1. Schützenmeister Karl Mayer, 1. Beisitzer Anton Bechler und 2. Beisitzer Georg Huttner gewählt wurden. Kassier wurde Georg Troidl und Schriftführer Ulrich Böck. Vereinslokal war das Nebenzimmer im Bräustüberl der Schloßbrauerei Kaltenberg.
Genau nach drei Jahren kamen die Fröhlichschützen bei der Generalversammlung zu dem Entschluß, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Durch freiwillige Spenden und dem Guthaben in der Vereinskasse konnte die neue Fahne bei der Firma Auer in München in Auftrag gegeben werden. Der 27. Juli 1924 war für die kirchliche Weihe bestimmt, wobei die Schützen aus Türkenfeld Pate standen.

Die Freude und der Stolz waren bei den "Fröhlichschützen" so groß, daß durch Spenden auch noch eine Schützenkette angeschafft werden konnte. Der damalige Preis für die Schützenkette betrug 280,00 RM. Zu dieser Zeit war dies ein hoher Betrag für so einen kleinen Verein, wie der Schützenverein Kaltenberg mit 23 aktiven Mitgliedern es war.
Bei der Vorstandschaft gab es 1933 die erste Änderung, da Martin Huttner als 2. Schützenmeister gewählt wurde.
Als Schießabend war der Samstag festgelegt. Geschossen wurde mit Zimmerstutzen.
Leider wurde durch das nationalsozialistische Regime im Jahre 1943 der Schießbetrieb wegen Munitionsmangels bis auf weiteres eingestellt.

Die noch ausfindig gemachten Schützenkönige bis dahin waren:
1928 Huttner Georg
1929 Rüll Michael
1930 Bechler Anton
1931 Huttner Martin
1933 Mayer Karl
1934 Schmid Franz-Xaver
1935 Hirschvogel Franz
1936 Bechler Ludwig
1937 Mayer Xaver
1938 Plannerer Josef
1939 Albert Hermann
1943 - 1953 Fichtl Johann

Erst 1952, als die Siegermächte das Schießen mit Zimmerstutzen wieder erlaubten, konnte der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden und es beteiligten sich 21 Schützen am 1. Schießabend. Geschossen wurde jeden Samstag, abwechselnd im Nebenzimmer des Bräustüberls und im Saal des Gasthofs Hirschvogel, wobei die Stände jedesmal auf- und abgebaut und mit den vereinseigenen Gewehren umgelagert wurden.

In der Vorstandschaft gab es einige Veränderungen:
Schriftführer wurde Johann Fichtl, Kassier Lorenz Klaß, Beisitzer wurden Anton Haug und Adolf Hirschvogel.
Ein besonderer Schützenkamerad konnte 1955 aufgenommen werden, es war SKH Prinz Heinrich von Bayern, Besitzer der Schloßbrauerei Kaltenberg, der durch einen Verkehrsunfall 1957 ums Leben kam.
Dr. Fritz Schülein, der frühere Besitzer der Schloßbrauerei war ebenfalls Mitglied bei den "Fröhlichschützen".

Die Patenschaft zur Fahnenweihe übernahm "Fröhlich" Kaltenberg bei Edelweiß Egling, Diana Issing und Espenlaub Weil.

Nach 41 Jahren als 1. Schützenmeister stellte Karl Mayer 1962 sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung.
Sein Nachfolger als Vorstand wurde der langjährige 2. Schützenmeister Martin Huttner, der das 1. Schützenmeisteramt von 1962 bis 1969 bekleidete. 1969 wurde Kurt Wüst 1. Schützenmeister.

Aufgrund der bevorstehenden Schließung des Gasthauses Hirschvogel wurde der Schießbetrieb ganz ins Bräustüberl verlegt. Die letzte Veranstaltung war die Christbaumversteigerung am 26.12.1971.

1974 wurde das Gauschießen in Kaltenberg durchgeführt. Mit 844 Schützen war eine neue Rekordbeteiligung zu verzeichnen. Ebenfalls 1974 wurde der Schützenverein "Föhlich" Kaltenberg ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Landsberg eingetragen.

Da die Vereinsfahne, die 1924 geweiht worden war, durch die Kriegsjahre und den Zahn der Zeit schon arg ramponiert war, entschlossen sich die Fröhlichschützen zur Anschaffung einer neuen Fahne, die durch den Gewinn des Gauschießens und Spenden von Mitgliedern und Gönnern des Vereins finanziert wurde.
Am 25. Mai 1975 erhielt die neue Fahne, gefertigt von der Fahnenstickerei Kössinger in Schierling, ihre kirchliche Weihe. Patenverein war der Schützenverein "Edelweiß" Egling. Fahnenmutter war Frau Siefer, Fahnenbraut Frl. Braun und Frl. Haug. Als Schirmherr fungierte SKH Prinz Ludwig von Bayern.

1977 erhielt der Verein eine neue Schießstätte. In der Malztenne unter dem Schloßhof der Schloßbrauerei Kaltenberg wurde eine Schießanlage mit 10 Ständen in vielen Stunden Eigenleistung erbaut.

1979 war ein Jahr des Feierns. Im Juli 1979 heiratete das prominenteste Mitglied des Vereins, Prinz Luitpold von Bayern. Im September fand die 800 Jahrfeier des Ortes Kaltenberg unter Beteiligung des Vereins statt. Ebenfalls im September wurde das Paartalpokalschießen in Kaltenberg ausgetragen. 221 Schützen und 9 Vereine nahmen daran teil.

1981 trat der 1. Schützenmeister Kurt Wüst nach 12 Jahren Amtszeit aus beruflichen Gründen zurück. Der 2. Schützenmeister Zimmermann Siegfried, wurde auf einer außerordentlichen Generalversammlung zum 1. Schützenmeister gewählt.

Am 28. Juli 1983 wurde über eine Anfrage des Tischtennisvereins Kaltenberg, über ein gemeinsames Vereinsheim, beraten. Vorgesehen war der Anbau einer Halle an die ehemalige Schule und der Einzug der Schützen in den ehemaligen Schulsaal. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 16.10.1983 wurde das gemeinsame Bauvorhaben beschlossen. Am 21. September 1984 wurde der Grundstein gelegt. Nach langen Sitzungsnächten und noch längeren Arbeitstagen bzw. -abenden, nämlich 5.600 freiwilliger Arbeitsstunden, konnte am 21. September 1985 das neue Gebäude geweiht werden. Somit zog der Schützenverein wiederum in ein neues, hoffentlich endgültiges Heim.

Vom 21.11.85 bis 23.11.85 fand das Eröffnungsschießen mit den Vereinen der Großgemeinde, Freischütz Geltendorf, Bergschützen Walleshausen und Enzian Hausen statt. 129 Schützen beteiligten sich daran. Die Eröffnungsscheibe wurde von Kaltenberg gewonnen.
Im Dezember 1985 wurde auf einer außerordentlichen Generalversammlung eine neue Satzung genehmigt. Diese war notwendig, da man als Besitzer eines eigenen Vereinsheimes den Status eines "eingetragenen Vereins" erhalten sollte.

Nachdem in den Jahren 1981 bis 1987 Siegfried Zimmermann das Amt des 1. Schützenmeisters bekleidete und aus persönlichen Gründen seinen Posten zur Verfügung stellte, wurde auf der Generalversammlung im Oktober 1987 erneut Kurt Wüst, der zwischenzeitlich zum Ehrenschützenmeister ernannt wurde, zum 1. Schützenmeister gewählt.

1990 wurde die Patenschaft für Fahnenweihe des Schützenvereins "Freischütz" Geltendorf übernommen.

Kurt Wüst regierte den Verein bis 1992. Am 3. Januar 1992 fanden auf Wunsch von ihm vorgezogene Neuwahlen statt, er stellte aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Neuer 1. Schützenmeister wurde der bisherige 1. Sportleiter Richard Mayr.
In Anbetracht der 90-Jahrfeier 1993 beschloß die Versammlung die Anschaffung neuer Vereinsjacken für die Herren und eine einheitliche Damentracht.

Anläßlich seines 90-jährigen Bestehens führte der Schützenverein "Fröhlich" Kaltenberg in der Woche vom 27. Sept. bis 2. Okt. 1993 ein Preisschießen durch. Die Nachbarvereine "Freischütz" Geltendorf, "Bergschützen" Walleshausen, "Enzian" Hausen und "Adlerhorst" Dünzelbach waren hierzu eingeladen.
Im Rahmen eines kleinen Festabends am 8. Okt. 1993 fand dann auch die Preisverteilung statt.
156 Schützen nahmen an diesem Preisschießen teil. Die Meistbeteiligung und 30 Ltr. Bier errang "Freischütz Geltendorf" mit 31 Schützen, den 2. Platz und 15 Ltr. Bier konnten die "Bergschützen" aus Walleshausen mit 29 Teilnehmern erringen. Der 3. Platz und 5 Ltr. Bier ging an die "Adlerhorstschützen" aus Dünzelbach, den undankbaren 4. Platz belegten die "Enzianschützen" aus Hausen mit 20 Schützen. Außer Konkurrenz waren natürlich die "Fröhlichschützen" die mit 50 Teilnehmern an den Stand gingen.

54 Preise nach der Wertung Blattl-Ringe kamen zur Verteilung und wurden mit ausgezeichneten Ergebnissen errungen. Der 1. Preis, ein Luftgewehr Diana 100 ging an Michael Zimmermann, Kaltenberg, mit einem 8,5 Teiler. Den 2. Preis, ein Damenfahrrad, errang Ingrid Findler, Dünzelbach mit 100 Ringen. Den 3. Preis, ein Mikrowellengerät holten sich Richard Mayr, Kaltenberg, mit einem 12,2 Teiler. Findler Peter, Dünzelbach, erhielt den 4. Preis, eine Küchenmaschine, mit 97 Ringen. 5. Platz - Helmut Lacher, Kaltenberg, mit einem 18,2 Teiler; 6. Platz - Zimmermann Siegfried, Kaltenberg mit 95 Ringen; 7. Platz - Leschhorn Günther, Kaltenberg mit einem 23,6 Teiler; 8. Platz - Eder Sylvia, Geltendorf mit 94 Ringen; 9. Platz Winterholler Johann, Dünzelbach mit einem 25,3 Teiler; 10. Platz - Pfau Christian mit 93 Ringen.

Auf der Generalversammlung am 14. Jan. 1994 wurde nach schriftlicher Abstimmung mit 26 zu 22 Stimmen und 8 Enthaltungen die Verlegung der Weihnachtsfeier vom traditionellen 2. Weihnachtsfeiertag (Stefanitag) auf den letzten Samstag vor Weihnachten beschlossen. Ebenso stimmte die Versammlung der Anschaffung neuer Vereinshüte mit 36 zu 14 Stimmen bei 6 Enthaltungen zu. Der 1. Schützenmeister konnte auch die neuerworbene Jugend-Königskette vorführen und den Kauf einer neuen Auswertungsmaschine zum Preis von 3.700,00 DM bekanntgeben. Auch wurde über die Anschaffung von einheitlichen Trainingsanzügen nachgedacht.

Am 2.10.94 fand erstmals ein Sommerbiatlon mit der Kombination Laufen und Schießen statt.
Ebenso erstmals wurde am 23.3.96 ein Vereine-Schießen mit den "Dorfvereinen" Stammtisch, TTC Kaltenberg, Feuerwehr Kaltenberg, Entenverein Kaltenberg, Sparverein Kaltenberg, Kichenchor Kaltenberg, Motorradfreunde Kaltenberg, Veteranenverein Kaltenberg, Kaltenberger Jugend, Obst- und Gartenbauverein Kaltenberg und Jagdgenossenschaft Kaltenberg durchgführt, welches großen Anklang fand. Ebenfalls 1996 nämlich am 23.6.96 wurde für alle Mitglieder eine Fahrradrally mit anschließendem Grillen veranstaltet.

Seit 1998 werden die Schießergebnisse durch die Spende eines Computers und die Anschaffung einer entsprechenden Software direkt von der Auswertungsmaschine in den Computer übertragen und die entsprechenden Auswertungen nun per EDV vorgenommen.

In 1999 erfolgte die Anschaffung einer Königskette für Luftpistolenschützen, sodaß ab diesem Jahr ein eigener Luftpistolenkönig ausgeschossen wird.

10. Mai 1999 40-jähriges Priesterjubiläum von Pfarrer Schneider.

Bei den Neuwahlen auf der Generalversammlung am 12.01.01 trat Mayr Richard als 1. Schützenmeister zurück. Neuer 1. Schützenmeister wurde Theo Paulus.

23.06.01 wurden 100-Jahre St. Elisabeth mit Festgottesdienst, Ausstellung der Kaltenberger Geschichte, sowie die Vergangenheit der Kaltenberger Vereine und einem großen Dorffest gefeiert..
Im Juli 2001 erfolgte die Übernahme des Vereine-Standes durch die Kaltenberger Vereine, Schützenverein "Fröhlich Kaltenberg, Tischtennisverein Kaltenberg, Freiwillige Feuerwehr Kaltenberg und dem Vereinsheimwirt, bei den Ritterspielen mit großem Engagement

Zur Weihnachtsfeier am 15.12.01 wurde die neue Damen-Vereinstracht vorgestellt. 12 Damen hatten sich dafür entschieden.

Auf der Generalversammlung am 11. Jan. 2002 wurde die Restaurierung der alten Fahne (von 1924) beschlossen. Sie ist anläßlich der 100-Jahrfeier, die im Sept. 2003 stattgefunden hat, neu geweiht werden.